Kanzleimarketing: Social Media für Anwälte

Sandra Bartel
Sandra Bartel

Inhaberin & Gründerin von
JudikaDiva Kanzleimanagement

Nachdem ich in Umfragen in meinen sozialen Netzwerken ein sehr eindeutiges Ergebnis auf die Frage erhalten habe, welcher Teilbereich des Kanzleimarketings denn besonders interessiere, starte ich meine Artikelserie zu diesem Thema mit dem Bereich:

Social Media für Anwälte

Dass die Sozialen Medien ein mächtiges Marketing Instrument sind, darüber sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Aber was hat es damit eigentlich genau auf sich und wie funktionieren die einzelnen Kanäle? Der geneigte Leser wird es sich denken können: „Es kommt darauf an.“

  • Was ist mein konkretes Ziel?
  • Wen möchte ich ansprechen?
  • Was sucht meine Zielperson
  • Ist meine entsprechende Botschaft verständlich formuliert?
  • Wie funktioniert die gewählte Plattform?
  • Macht es Sinn, meine Inhalte über verschiedene Plattformen zu streuen?

Wie ich in meinem Auftakt-Artikel hier bereits erwähnt habe, kann man je nach Zielgruppe eine enorme Sichtbarkeit aufbauen und Wachstum generieren, ohne dabei teures Budget zu verbrennen.

Übergeordnet sollen die Marketing-Maßnahmen über Social Media ja auf das Gesamtkonzept meines Unternehmens einzahlen. Deswegen ist es enorm wichtig, dass man sich vorab einmal damit auseinander setzt, um was es mir denn eigentlich genau geht, wenn ich Social-Media für meine Marketingzwecke nutzen möchte. Denn der Bereich ist sehr zeitaufwändig und wenn man es richtig machen möchte, dann sollte man hier wertvolle Zeit in eine gezielte Strategie stecken. Das erleichtert die Ableitung von späteren Maßnahmen und Kombinationen mit anderen Marketingkanälen. Also bitte erst einmal mit folgenden Fragen auseinander setzen:

Möchte ich gezielt Mandanten ansprechen? Hier ist noch wichtig zu unterscheiden, ob meine Mandanten eher eine dauerhafte Betreuung benötigen, bzw. ob sie an einem bestimmten Thema dauerhaft interessiert sind. Zum Beispiel ein Arbeitgeber zum Thema Arbeitsrecht. Oder ob mein Mandant eher ein akutes Thema hat. Denn daraus lässt sich das Such- und Konsumverhalten gut ableiten.

Bin ich auf der Suche nach neuen Mitarbeitern? Hier würde ich in jedem Fall auf langfristigen Vertrauensaufbau gehen, denn ein potentieller neuer Mitarbeiter wird sich eventuell auch schon dann mit meinem Unternehmen beschäftigen, wenn er vordergründig noch gar nicht konkret auf der Suche nach einer anderen Stelle ist. Bei unserem allseits beliebten Thema „Fachkräftemangel“, wie hoch ist da wohl die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit einer einzigen kleinen Stellenausschreibung im allseits beliebten Todesanzeigenstyle einen potentiellen Mitarbeiter von meiner Expertise als Arbeitgeber überzeuge, wenn die Person ansonsten überhaupt keinen Einblick in den Alltag in meinem Unternehmen erhält? Eine weitere große Rolle in diesem Zusammenhang spielt auch das jeweilige Rechtsgebiet und Einblicke in den entsprechenden Arbeitsalltag.

Zu dem Thema „spitze Positionierung“ gibt es auch demnächst noch einen gesonderten Artikel.

Oder geht es mir darum, meine Expertise zu einem ganz bestimmten Bereich deutlicher hervorzuheben? Hierbei fallen mir immer wieder besonders positiv die Strafrechtler auf. Ob auf Facebook, YouTube oder Instagram, gefühlt sind sie teilweise schon richtige Jura-Rockstars und haben eine riesen Fangemeinde. Das dürfen sich auch alle anderen Rechtsbereiche zu eigen machen, finde ich. Es muss ja nicht gleich jeder mit ’nem Rapper posieren und den Mittelfinger in die Kamera zeigen, auch hier gibt es sicher noch Abstufungen, die individuell zu jedem passen.

Vielleicht willst du aber auch alles auf einmal? Dann solltest du dir gleich genau durchlesen, was ich zu den einzelnen Social-Media Plattformen und ihrer Wirkung und Funktionsweise schreibe.

Welche Social-Media Plattformen gibt es überhaupt?

Da hätten wir unter den derzeit beliebtesten wohl folgende:

Wenn wir uns das Ganze mal als Galaxie betrachten, dann wird klar: Jeder einzelne Social-Media Planet hat sehr wahrscheinlich einen ganz eigenen Mikrokosmos, nach dem er funktioniert.

Das bedeutet: Eine Person, die auf Instagram total durch die Decke geht und mehrere tausend Follower hat, kann von den Beitragsinteraktionen her auf LinkedIn komplett anders abschneiden, obwohl oder vielleicht auch gerade weil sie die gleichen Inhalte auf beiden Plattformen postet.

Denn alle Plattformen haben jeweils ein völlig unterschiedliches Wirken und Interaktionsverhalten. Dementsprechend sollte man die Inhalte immer an die jeweilige Plattform anpassen.

Das bedeutet aber nicht, dass die Person deswegen auf LinkedIn weniger erfolgreich sein muss. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen: Wenn ich mir meine Insights ansehe (schon mal damit beschäftigt? Es können sich spannende Erkenntnisse daraus ergeben), dann stelle ich bei meinen Beiträgen zum Beispiel fest, dass ich auf Instagram zwar teilweise die dreifache Menge an Likes für einen Beitrag erhalte, die Reichweite des gleichen Beitrages auf LinkedIn aber bei dem sechsfachen (!!!) Wert liegt.

Was gibt es also nun zu den jeweiligen Plattformen zu beachten? Gehen wir sie gerne einmal einzeln durch:

Facebook

10 Millionen tägliche Nutzer

Geeignet für:

  • Mandanten- & Mitarbeiter-Akquise
  • Imageaufbau und
  • Kommunikationskanal

Enorme Reichweite für Mandanten, Partner und auch Öffentlichkeit.

Das Gegenüber hat es leicht, mit mir in Kontakt zu treten. Dabei sollte man aber auch beachten, dass man zeitlich in der Lage ist auf die Kontaktanfragen zu reagieren. Die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme können sehr individuell an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Instagram

10 Millionen tägliche Nutzer

Geeignet für:

  • Netzwerk
  • Mandanten- & Mitarbeiter-Akquise
  • Imageaufbau und
  • Kommunikationskanal

Instagram ist eine Facebook-Tochter und hat ebenfalls eine enorme Reichweite.

Deswegen interagieren diese beiden Plattformen auch sehr gut miteinander in Kombination. Die Kommunikation ist hier vor allem visuell geprägt. Bilder, Karusell-Beiträge für komplexere Zusammenhänge oder auch zeitlich begrenzte Videos.

Eine tolle Funktion, die auch für Unternehmen im Dienstleistungsbereich interessant ist, ist die Guide-Funktion. Hier kann man den Followern gezielt informative Beiträge in einen Guide zusammenstellen, die zum Beispiel aufeinander aufbauen.

LinkedIn

10 Millionen tägliche Nutzer

Geeignet für:

  • Netzwerk
  • Mandanten- & Mitarbeiter-Akquise
  • Imageaufbau und
  • Kommunikationskanal
  • Ausbau des Expertenstatus

LinkedIn ist meiner Meinung nach DAS Business-Netzwerk.

Es funktioniert fast wie eine eigene kleine Landingpage und ist dabei noch völlig kostenlos. Im Gegensatz zu Xing sind in der kostenlosen Variante auch deutlich mehr Gestaltungs- und Interaktionsmöglichkeiten enthalten.

Hier kann man durch Videos, Beiträge, Artikel und Präsentationen nicht nur auf die eigene Expertise aufmerksam machen, man kann auch einen Unternehmensaccount erstellen und darüber gezielt Informationen aus und über die eigene Kanzlei teilen. Darüber hinaus kann man sich in spannende Gruppen einbringen und sein Netzwerk ausbauen.

Xing

1 Million tägliche Nutzer

Geeignet für:

  • Netzwerk
  • Mandanten- & Mitarbeiter-Akquise
  • Kommunikationskanal
  • Ausbau des Expertenstatus

In meinen Augen eher die kleine Schwester von LinkedIn, auch wenn in den letzten Jahren verstärkt am Image gearbeitet wurde.

Die Nutzerzahlen in Deutschland sind zwar fast identisch zu LinkedIn, ich denke aber, dass das nur eine Frage der Zeit ist. Nichts destotrotz darf diese Plattform hier nicht unerwähnt bleiben.

Je nach Account (Standard oder Business) kann man nämlich auch hier einiges tun, um neben dem Netzwerkausbau auch potentielle Mandanten oder Mitarbeiter auf sich aufmerksam zu machen.

Twitter

1,4 Millionen tägliche Nutzer

Geeignet für:

  • Netzwerk
  • Mandanten-Akquise
  • Kommunikationskanal
  • Ausbau des Expertenstatus

Hier geht es um Kommunikation in Echtzeit. In der Kürze (280 Zeichen) liegt die Würze.

Wer es versteht, diese 280 Zeichen als Informationsservice auszubauen, der wird neben einem weiteren Netzwerk auch auf seinen Expertenstatus einzahlen und langfristig daraus sogar Mandate akquirieren können.

YouTube

30 Millionen wöchentliche Nutzer

Geeignet für:

  • Mandanten- & Mitarbeiter-Akquise
  • Kommunikationskanal
  • Ausbau des Expertenstatus

Auch YouTube ist ein wertvoller Kanal, um sich zu positionieren.

Während man in TikTok Kurzvideos nutzt, kann man YouTube nutzen, um zum Beispiel Vortrags- oder Seminarmittschnitte zu teilen, Interviews oder andere Informationen, die in Videoform einfach besser vermittelt werden können als in Bild oder Schrift.

Pinterest

442 Millionen monatliche Nutzer weltweit (leider keine Zahlen für Deutschland verfügbar)

Geeignet für:

  • Mandanten- & Mitarbeiter-Akquise
  • Ausbau des Expertenstatus

Ich bin mir sicher, dass viele diese Plattform entweder gar nicht auf dem Schirm haben oder sie aber unter Haushaltstipps und Bastelanleitungen verorten.

Das wird der Plattform aber überhaupt nicht gerecht.

Der Grundgedanke hinter dieser Plattform ist grob ausgedrückt der einer großen interaktiven Pinnwand, an welcher sich die Nutzer Inhalte zu eigenen Themen-Pinnwänden zusammenstellen können, die ihnen als Inspirationsquelle oder Ideenfinder dienen sollen.

Wenn ich nun aber als Unternehmen meine Inhalte ansprechend gestalte und sich Interessierte diese zu einer eigenen Pinnwand zusammenstellen, beispielsweise eine Themenpinnwand Arbeitsverträge, oder Gesellschaftervertrag, dann habe ich hier eine sehr gute Möglichkeit, diesen Kanal zur Wahrnehmung meiner Expertise und zur Mandantenbindung zu nutzen.

TikTok

1,4 Millionen tägliche Nutzer

Geeignet für:

  • Mitarbeiter-Akquise
  • Ausbau des Expertenstatus

Stutzig? Dann schiel doch mal auf den Account von Herr Anwalt. Er beschert der Jura-Bubble eine wahre Revolution, wie ich finde. Mit seinen sehr unterhaltsamen und informativen Kurzvideos hat er das Interesse der jüngeren Generation an juristischen Themen exponentiell nach oben getrieben.

Ich glaube, dass er sich auch nicht groß um das Thema Fachkräftemangel sorgen muss, da die Bewerbungen wahrscheinlich von alleine eingehen.

Wer komplexe rechtliche Fragenstellungen auf den Punkt erklärt kann hier richtig gut punkten.

Clubhouse

2 Millionen wöchentliche Nutzer (ca.)

Geeignet für:

  • Netzwerk
  • Mananten- & Mitarbeiter-Akquise
  • Ausbau des Expertenstatus

Diese noch junge Plattform geht gerade unglaublich durch die Decke.

Bei allen erhobenen Zeigefingern zum Thema Datenschutz möchte ich anmerken, dass jede Plattform mal klein angefangen hat und Startschwierigkeiten hatte.

Um sich aber auf das Positive zu konzentrieren: Die App birgt ein enormes Potential. Anders als zum Beispiel bei einem Podcast, kann man hier spannende Themen interaktiv mit interessierten Nutzern besprechen. Es entsteht Raum für direkten Austausch und das wiederum bietet tolle Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich Netzwerk, aber auch für potentielle Mandanten oder Mitarbeiter.

Ich hoffe, dass dir dieser kleine Überblick hilft, die für dich interessanten Kanäle herauszufiltern.

Hier noch einmal die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

  • Positioniere dich in Bezug auf deine Außenwirkung. Arbeite die Fragen durch; insbesondere wen du erreichen willst und wie du das machen möchtest.
  • Wähle die für dich passenden Kanäle aus, die zu deiner Strategie passen. Weniger ist definitiv mehr. Starte langsam aber qualitativ hochwertig. Also erst einmal einen Kanal verstehen und bespielen, dann erst einen weiteren dazu nehmen. Das gilt übrigens nicht nur für die Social-Media Kanäle, sondern übergeordnet auch für die einzelnen Marketing Kanäle.
  • Erstelle dir eine entsprechende Gesamtstrategie – oder lass dir dabei helfen.
  • Bitte verwechsle Social-Media nicht mit einer Litfaßsäule. Langweilige Werbeslogans überzeugen einfach Niemanden mehr. Mehrwert liefern und Einblicke verschaffen. Wer sind die Menschen hinter dem Unternehmen?
  • Den Inhalt der Beiträge unbedingt an das Nutzerverhalten und das Verhalten der jeweiligen Plattform anpassen.
  • Wenn du deine Webseite über die jeweilige Plattform verlinken kannst, solltest du dabei bedenken, welches Medium der Nutzer vorrangig nutzt und die Inhalte entsprechend anpassen/lassen.

Wenn Du beim Erstellen deiner Social-Media Strategie Unterstützung brauchst, dann buche dir doch schnell und einfach meine Hilfe. Im kostenlosen Vorgespräch können wir schnell und unverbindlich rausfinden, was du tun kannst, um dich als Marke zu etablieren, Vertrauen und Expertise bei Mandanten aufzubauen und dich auch für potentielle Mitarbeiter sichtbar zu machen.

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