Wie sich eine Landingpage positiv auf deine Sichtbarkeit und damit auf deine Mandantenakquise auswirkt

Sandra Bartel
Sandra Bartel

Inhaberin & Gründerin von
JudikaDiva Kanzleimanagement

Webseite,  Homepage und Landingpage:

Was ist was?

Ich gehe davon aus, dass Jeder der das hier liest, eine eigene Webseite hat. Zu Beginn möchte ich trotzdem gerne kurz die Begrifflichkeiten erklären. Webseite ist nämlich nicht gleich Homepage. Und eine Landingpage ist etwas ganz anderes.

Die Webseite ist das große Ganze. Sie beheimatet deinen gesamten Onlineauftritt. Zu vergleichen mit einem großen Kaufhaus. Nehmen wir mal als Beispiel das KaDeWe.

So ein Kaufhaus beheimatet diverse Möglichkeiten und Angebote. Es gibt Klamotten, Feinkost, Haushaltswaren, Schmuck, Drogerie-Artikel und Sportausrüstung. Übertragen wir das auf unsere Webseite, finden wir diverse Angebote oder Services vertreten. Rechtsgebiete, ein Infoportal, über die Kanzlei, über das Team und so weiter.

Die Homepage ist die Startseite. Also der Eingangsbereich deines Kaufhauses. Hier gibt es eine grobe Übersicht über das, was der Kunde hier erwarten kann. Kennst du die Übersichtstafeln an den Rolltreppen? Genau.  Deine Homepage verweist also auf wichtige Unterseiten, Unternehmensschwerpunkte und Social-Media Kanäle und bietet darüber hinaus Möglichkeiten für eine Kontaktaufnahme.

Die Landingpage

Kommen wir zum eigentlichen Kern dieses Artikels, zur Landingpage. Eine Landingpage unterscheidet sich maßgeblich von einer klassischen Webseite und deren Unterseiten.

  • Eine Landingpage fokussiert genau ein Thema oder Angebot.
  • Dementsprechend bietet sie nur eine Handlungsmöglichkeit an. Der Besucher soll hier genau EINE Handlung vornehmen. Einen Newsletter abonnieren, ein Produkt oder eine Dienstleistung kaufen, oder einen Termin vereinbaren.
  • Die Navigationsmöglichkeiten sind auf der Landingpage sehr eingeschränkt, da nichts von der Seite und ihrem eigentlichen Ziel ablenken oder wegführen soll.
  • Ihren Traffic, also den Zulauf, erhält sie meist von ausgewählten Quellen wie zum Beispiel Facebook- oder Google-Ad’s.
  • In den bestehenden Internetauftritt wird sie entweder über eine sogenannte Subdomain (verkehrsrecht.meineseite.de) oder ein Unterverzeichnis (meineseite.de/verkehrsrecht) eingebunden
  • Eine Landingpage hat das Ziel, eine ganz gestimmte „Conversion“ (Die Umwandlung des Status einer Zielperson z.B. von einem Interessenten zu einem Käufer/Abonnenten/Mandanten) zu erreichen. Exakt EINE.

Die Landingpage ist also nicht einfach ein Themenbereich in deinem Kaufhaus, sondern sie ist eine kleine spezialisierte Boutique (wie passend ;-)) mit eigener Adresse. Alle anderen Ablenkungen werden ausgeschlossen. Die Landingpage ist ein exklusiver Bereich. Spezialgebiet only.

Und was bringt mir das als Jurist / juristisches Unternehmen?

Mandanten. Wenn du es richtig machst.

Ein Beispiel gefällig?

Nehmen wir mal das Familienerecht. Ich bin aktuell in einer familienrechtlichen Boutique sehr aktiv, deswegen fällt mir das Beispiel gerade besonders leicht. 🙂

Eine Person mit einem ganz bestimmten Problem im Familienrecht sucht eine Lösung. Das Problem dieser Person bezieht sich auf die Frage, ob das Wechselmodell für ihre zwei Kinder und die familiäre Konstellation gerade das Richtige ist.  Die Person sucht also nach Familienrechtsanwalt und sehr wahrscheinlich auch nach Wechselmodell und findet dazu: „Ihr Fachanwalt für Familienrecht blablabla in Schießmichtod“ und „Sozietät Hinz und Kunz, Familienrecht, Baurecht, internationales Vergaberecht“. Jau. Und dann steht da noch „Ihre Expertin im Kindschaftsrecht“.

Wo wird die Person wohl am ehesten hängen bleiben? Beim allgemeinen Fachmann, beim Bauchladen, oder bei der Anzeige, die genau ihren Themenbereich trifft?

Ich hoffe natürlich, dass sich jetzt hier kein Fachanwalt auf die Füße getreten fühlt, ebenso wie Kanzleien die verschiedene Rechtsbereiche vertreten. Das Beispiel dient lediglich der Veranschaulichung.

Wie?

Um diese „einfache“ Frage zu beantworten, müssen wir uns damit beschäftigen, wie der potentielle Mandant denkt.

  • Was ist sein Beweggrund?
    • Er hat ein Problem.
  • Was sucht der Nutzer?
    • Eine Lösung.

Hier möchte ich noch eimal anmerken, dass für Juristen das Gleiche gilt wie für ALLE anderen Bereiche auch.

Du verkaufst eine Lösung und kein Problem

Etwas vereinfacht ausgedrückt: Kaufst du bei deinem Hausarzt den Check-Up oder kaufst du das gute Gefühl, gesund zu sein?

In unserem Beispielfall ist es wahrscheinlich die rechtliche Untersützung und Sicherheit zum Umgang mit dem Wechselmodell. Eeventuell ein Leitfaden oder auch weiterführendes Material dazu.

Und zwar so, dass es der Mandant versteht.

Weitere Fragen im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Landingpage:

  • Wie ist das Nutzerverhalten auf meiner Landingpage?
    • Nutzer sucht Informationen.
  • Welches Ziel verfolgt meine Landingpage?
    • Nutzer überzeugt sich im besten Fall vom Angebot und bucht ein Vorgespräch.

Im Marketing gibt es für diesen Ablauf, der am Ende zu einer „Kaufentscheidung“ führen soll einen Namen:

Das AIDA-Modell

AIDA Modell

Betrachtet man das AIDA-Modell im Hinblick auf die Anwalts-Landingpage, lässt sich im Fazit dazu folgendes zusammenfassen:

  • Versetz dich in die Situation deines Seitenbesuchers.
    • Wie fühlt er sich bei der Suche?
    • Hat er eine kurzfristige oder eher eine langfristige Lösung für sein Problem im Sinn?
    • Geht es um ein Problem, dass nur einmal auftaucht, oder ist es ein wiederkehrendes Thema?
  • Schafft deine Seite das notwendige Vertrauen?
  • Führe die Besucher deiner Seite, und zwar schon bevor sie deine Seite „betreten“, an der Stelle, an der sie noch am suchen sind.
  • Hab einen ganz klaren Plan für deine Landingpage vor Augen.
  • Passe die Kontaktmöglichkeiten an dein Ziel an und halte sie möglichst barrierefrei.
  • Fordere den Nutzer zu der gewünschten Handlung auf (Call ot action)
  • Nutze klare und verständliche Sprache und bring es auf den Punkt.
  • EIN Keyword pro Landingpage. Nur eins.
  • Auch für die Landingpage gilt: Responsivität ist Pflicht.

Und dann?

Feddich, warten.

Nein natürlich nicht. Wir möchten doch gerne wissen, ob und was uns das alles bringt.

  • Ist das Keyword passend?
  • Gab es über die Seite echte Kontaktanfragen und Mandate?
  • Wenn ja wie viele?
  • Muss gegebenenfalls noch etwas angepasst oder umgestellt werden?

Bedauerlicherweise ist der Bereich Mandantenakquise und Marketing in der juristischen Ausbildung kein Bestandteil des Studiums.

Die juristische Denkweise muss hierfür verlassen werden und die Sicht des Unternehmers eingenommen werden. Ich sage nicht umsonst auf meiner (achtung) Homepage, dass du als Jurist auch Unternehmer bist.

Das Aufsetzen einer Landingpage kann gerade für Einzelanwälte und Boutique-Kanzleien einen großen Mehrwert bieten. Die hier genannten Fragenstellungen dienen lediglich als Hinweis und Ideengeber.

Wenn du dir Unterstützung oder Sparring zu diesem Thema wünschst, dann nimm gerne Kontakt mit mir auf. In einem ersten kostenlosen Vorgespräch finden wir schnell heraus, ob die Landingpage für dein Vorhaben das Richtige ist.

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