Kanzleimanagement 2.0: Wie du die Digitalisierung für deine Kanzlei nutzen kannst

Sandra Bartel
Sandra Bartel

Inhaberin & Gründerin von
JudikaDiva Kanzleimanagement

„Fancy Shit“ oder macht es Sinn sich damit einmal näher auseinander zu setzen?

Ich persönlich halte es für unabdingbar. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Digitalisierung einer Anwaltskanzlei oft jedoch noch vor ganz anderen Herausforderungen steht, als alle Mitarbeiter Home-Office-afin zu machen.

Ist-Stand

Wenn man nach Kanzleimanagement googelt, landet man entweder bei einem Softwareunternehmen das einem eine entsprechende Software anbietet, oder bei Jobangeboten aus Wirtschafts- und Großkanzleien, die auf der Suche nach einem qualifizierten Bernd Stromberg sind, der „den Laden“ schmeißt und das Sekretariat federführend „betreut“. Arbeit wird kanalisiert und verteilt, Arbeitsergebnisse zurück gespielt und es wird für einen reibungslosen Ablauf gesorgt.

Futuresounds/Lovesex

Ich bin der Meinung, dass Kanzleimanagement überdacht werden muss. Die starren Abläufe und Aufgaben, die viele Assistenzen heute noch fast genauso oder ähnlich durchführen, wie Jane Monneypenny (ja, ich dramatisiere manchmal gerne, merkste, ne?), gehören ausgemustert.

Jede Kanzlei besteht aus unterschiedlichen Menschen. Jeder von uns hat unterschiedliche Motivationen, Wünsche und Bedürfnisse. Auch unsere Auffassung und das Verständnis von dem selben Thema ist in den meisten Fällen, zumindest in Teilen, unterschiedlich.

Besonders die Einzelanwälte, Boutiquen und Mittelständler haben doch heute ganz andere Herausforderungen und Themen, als noch vor 10 Jahren. Dementsprechend muss das Kanzleimanagement doch auch an diese Punkte angepasst werden.

Während der Familienfachanwalt mit einer klassischen ReFa und einer Softwarelösung von der Stange super fährt, kann es für den Datenschutzfachanwalt eine große Herausforderung sein eine Software zu finden, die seinen Bedürfnissen gerecht wird. Das eine Programm hat zuviel im Angebot, das andere zu wenig. Die ReFa ist eine Killer-Zwangsvollstreckungs-Sachbearbeiterin, aber in PowerPoint und mit dem Thema Veröffentlichungen in Bezug auf die DSGVO kennt sie sich null aus. Währe es aber nicht ein Mehrwert, wenn sogar die Assistenz in dem jeweiligen Rechtsgebiet firm ist?

The Big Five for Live

Ich habe immer wieder festgestellt, wie viel mehr Spaß mir die Arbeit als Assistenz gemacht hat, wenn ich mich mit einem Bereich oder Rechtsgebiet identifiziert habe, mich in das Thema selbst noch weiter eingearbeitet habe und damit eine ganz andere Expertise und einen Mehrwert liefern konnte, als wenn ich einfach nur meinen Job Nine to Five erledigt hätte.

Bitte nicht falsch verstehen, sicher erfüllt auch das Menschen, denn wie schon erwähnt, wir sind alle Individuen und haben an unser Leben und unsere Arbeit unterschiedliche Ansprüche. Bei mir ist es halt eher das Erin Brockovich Syndrom.

Nachdem ich das Buch „The Big Five for Live“ von John Strelecky gelesen habe, wurde mir jedoch erstmal richtig bewusst, warum das so ist. Ein Persönlichkeitscoaching letztes Jahr gab mir weiter Aufschluss darüber.

Jeder Mensch wird von verschiedenen Motivationen getrieben. Bei mir steht zum Beispiel an erster Stelle die Wagnis, dicht gefolgt von Motivationen wie Erkenntnis und Auslegung (bezieht sich auf die zweckorientierte Interpretation von Regeln und Normen). Ich frag halt gern nach. Vor allem, wenn es weh tut und unangenehm werden könnte. Übrigens vor allem bei mir selbst. Das Wachstum, was sich aus solchen Reflektionen ergibt empfinde ich als unglaublich stärkend und inspirierend.

Fazit:

Ich will jetzt nicht esoterisch werden, keine Sorge. Und um zurück zum Thema zu kommen –  Kanzleimanagement 2.0. Ich möchte das Kanzleimanagement ganzheitlich überdenken. Und zwar für jeden Anwalt und jede Kanzleiform individuell. Das ist nichts Starres, was man einmal festlegt, es ist ein Prozess. Er verändert sich stetig und passt sich den Gegebenheiten immer wieder neu an.

Dazu gehören flexible Softwarelösungen und passende Mitarbeiter. Und da der Pool im näheren Umfeld oftmals begrenzt ist, möchte ich auch hier nochmal den Mehrwert einer virtuellen Assistenz hervorheben.

Wenn du also gerade insgesamt dein Kanzleimanagement überdenkst oder mit deiner Expertise dein eigenes Ding machen willst, möchte ich dich einladen, diese Gedanken einmal mit einzubeziehen.

Vielleicht hast du das ja auch schon für dich geschafft? Dann würde ich mich freuen, wenn du mir von deinen Erfahrungen hierzu berichtest.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Share on pocket

Ebenfalls lesenswert: